Lagebericht aus dem Chemikalien-Dschungel

Von Yvonne Bruchmann, Fraunhofer IST

Reagenzglashalter mit bunten Flüssigkeiten
Reagenzglashalter mit bunten Flüssigkeiten.

Februar 2011. Ein ganz normaler grauer Wintertag. Nach einigen Theoriestunden werden wir endlich im Labor ausgesetzt und müssen uns durch einen Dschungel von Analysen und Labortechniken kämpfen. Überall stehen Reagenzgläser, gefüllt mit roten, gelben oder grünen Flüssigkeiten. Jede Farbe steht für einen bestimmten PH-Wert.

Wir, die „Erstis“ des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST und die Azubis des 2. Lehrjahres der TU Braunschweig, stehen vor einem kunterbunten Chemikalienregal.

Unser Dschungelführer und Ausbildungsleiter Sven Pleger zeigt uns gerade Tricks zum Überleben. Unter anderem versucht er, mit uns gemeinsam Ammoniumionen in unbekannten Salzen nachzuweisen. Doch leider färbt sich das Universalindikatorpapier nicht blau, sondern rot. Haben wir vielleicht eine komplett neue Chemikalie nachgewiesen? Sollte dies der Durchbruch zu einem Nobelpreis sein?

Leider nicht, denn es stellte sich heraus, dass wir statt einer Lauge eine Säure verwendet haben, nämlich Salzsäure und nicht Natriumhydroxid: Rot gleich Säure, Blau gleich Lauge.

Noch mehr bunte Flüssigkeiten
Noch mehr bunte Flüssigkeiten.

Nachdem wir die kleine Enttäuschung über den entgangenen Preis verwunden haben, begeben wir uns direkt in die unendlichen Weiten der Titrationen. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Lehre für heute ist:

„Wer mit Säure arbeitet, sollte sich nicht mit dem Handschuh ins Gesicht fassen!“